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Compliance-Wissen, verständlich erklärt

Die wichtigsten Begriffe, Pflichten und Fristen rund um Datenschutz, Hinweisgeberschutz, Geldwäscheprävention und KI – kompakt für Entscheider im Mittelstand.

Fachbegriffe verstehen

Datenschutzbeauftragter (DSB) Art. 37 DSGVO

Unabhängige Person, die die Einhaltung des Datenschutzrechts im Unternehmen überwacht. Pflicht ab 20 Personen mit ständiger automatisierter Datenverarbeitung (§ 38 BDSG). Kann intern benannt oder extern bestellt werden.

Interne Meldestelle § 12 HinSchG

Pflichteinrichtung für Unternehmen ab 50 Beschäftigten, über die Hinweisgeber Rechtsverstöße vertraulich melden können. Betrieb durch externe Dritte ist nach § 14 HinSchG ausdrücklich zulässig.

Geldwäschebeauftragter § 7 GwG

Führungskraft, die für die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Pflichten verantwortlich ist: Risikoanalyse, Sicherungsmaßnahmen, Verdachtsmeldungen an die FIU. Externe Bestellung möglich.

VVT – Verarbeitungsverzeichnis Art. 30 DSGVO

Pflichtdokumentation aller Verarbeitungen personenbezogener Daten: Zwecke, Kategorien, Empfänger, Löschfristen, Sicherheitsmaßnahmen. Kernstück jeder Datenschutzdokumentation.

FIU-Verdachtsmeldung § 43 GwG

Unverzügliche Meldung an die Financial Intelligence Unit bei Hinweisen auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung – elektronisch über das Portal goAML, unabhängig vom Betrag.

EU AI Act VO (EU) 2024/1689

Weltweit erstes umfassendes KI-Gesetz. Klassifiziert KI nach Risiko (verboten/hoch/begrenzt/minimal) und verpflichtet seit Februar 2025 alle KI-nutzenden Unternehmen zur KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden (Art. 4).

Datenpanne Art. 33 DSGVO

Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten (z. B. Hackerangriff, Fehlversand, verlorener Laptop). Meldepflicht an die Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden nach Kenntnis.

KYC – Know Your Customer §§ 10–17 GwG

Kundensorgfaltspflichten: Identifizierung der Vertragspartei und wirtschaftlich Berechtigter vor Geschäftsabschluss, laufende Überwachung der Geschäftsbeziehung, verstärkte Pflichten bei Hochrisiko-Fällen.

Repressalienverbot § 36 HinSchG

Hinweisgeber dürfen wegen einer Meldung nicht benachteiligt werden (Kündigung, Abmahnung, Mobbing). Bei Verstoß: Beweislastumkehr zugunsten des Hinweisgebers plus Schadensersatz.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

20
Personen
DSB-Pflicht ab 20 Personen mit ständiger automatisierter Datenverarbeitung
50
Beschäftigte
Pflicht zur internen Meldestelle nach HinSchG
72 h
Meldefrist
Datenpannen-Meldung an die Aufsichtsbehörde nach Art. 33 DSGVO
10.000 €
Bargrenze
GwG-Pflichten für Güterhändler bei Barzahlungen ab diesem Betrag
7 Tage
Bestätigung
Frist zur Eingangsbestätigung einer Hinweisgeber-Meldung
3 Monate
Rückmeldung
Frist für Rückmeldung an Hinweisgeber über ergriffene Maßnahmen
4 %
vom Umsatz
Maximales DSGVO-Bußgeld (oder 20 Mio. €, je nachdem was höher ist)
35 Mio €
AI-Act-Bußgeld
Maximalstrafe bei verbotenen KI-Praktiken (oder 7 % vom Weltumsatz)